


November 2019
Erasmus PLUS-Projekt
"Versuchen - Überwinden - Erreichen"
3. Praktikumsgruppe (02.11.2019 - 30.11.2019)
Tag 1 (Sonntag, 03.11.2019)
Bevor wir, das heißt 11 Schüler*innen und zwei Lehrerinnen, uns auf den Weg nach Italien gemacht haben, sind bereits vier Sozialassisten*innen nach Island und nach Finnland gereist, um dort ihr Betriebspraktikum zu absolvieren.
Wir sind gestern losgeflogen. Dieses Mal ging es von Berlin nach Bergamo. Die Verbindung war ziemlich gut, so dass wir noch bevor es 10:00 Uhr wurde, in Brescia angekommen waren. Anschließend haben wir unsere Unterkunft eingenommen und die Zimmer verteilt. Wir waren doch ganz schön müde, denn einige von uns haben die Nacht davor durchgemacht und andere mussten schon gegen 3:00 aufstehen. Das war für uns alle sportlich! Dennoch haben wir noch zusammen gekocht. Der Umgang mit dem Induktionsherd stellte zunächt eine Herausforderung dar, was sich dann aber bewältigen ließ.
Heute - am Sonntag - hat es wirklich durchgehend nur geregnet. Was uns weiter nicht gestört hat, allerdings ist unsere geplante Stadtbesichtigung ins Wasser gefallen. Diese holen wir aber bald nach.
Wir machen hier gerade Sendepause und lassen die Sozialassistenten sprechen:
Projekt "We are Europe too"
Vier unserer angehenden Sozialassistent*innen sind in Finnland und auch Island unterwegs. An dieser Stelle möchten wir ein Foto von Julian Herrmann in Island zeigen. Auf dem Bild ist zu erkennen, dass es a) sehr kalt und b) die Natur in Island sehr präsent ist.
Wir finden dieses Bild ganz wunderbar und erinnert uns daran, wie vielfältig Europa ist.
Von Anabel haben wir noch nicht im Blog berichtet. Das wollen wir jetzt nachholen. Anabel arbeitet in einem Seniorenheim außerhalb von Brescia, nämlich in Bedizzole. Bedizzole erreicht man mit dem Bus. Morgens um 7:30 geht Anabel aus dem Haus und gegen 18:00 ist Anabel wieder in Brescia. Aber Anabel verliert kein Wort darüber. "Hut ab" kann man da nur sagen. Das freut uns sehr! Nun zu dem was Anabel im Praktikum erlebt: Sie ist im Bereich der Betreuung eingeteilt, d.h. sie bastelt mit den Bewohnern, nimmt an Singnachmittagen teil, unterstützt die Bewohner bei alltäglichen Dingen wie z.B. beim Frühstücken. Obwohl Anabel kein Italienisch kann, kommt sie im Seniorenheim gut klar und unterstützt das Personal, wo sie nur kann. Die Arbeit macht ihr viel Spaß. Da gemäß der Schulvorgaben im Praktikum ein selbstständiges Projekt durchgeführt und dieses zudem im Praktikumsbericht beschrieben werden soll, hat sich Anabel schon genau überlegt, was sie als "vollständige Handlung" beschreiben möchte. Hierfür hat sie uns extra ihre Bilder zukommen lassen: Eine Anleitung zur Erstellung eines Deko-Weihnachtsbaumes.
Nun sind wir schon 3 1/2 Wochen in Brescia und die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ist uns noch rätselhaft. Wir wissen, dass es Busse gibt, die in der Stadt Brescia fahren, die sind türkis/orange. Dann gibt es noch Überlandbusse, die blau sind, und z.B. zum Gardasee fahren. Nicht nur, dass die Busse anders aussehen, nein, es gibt auch unterschiedliche Fahrkarten. Nun, damit aber noch nicht genug. Auch das Abstempeln stellt eine Herausforderung dar. Nur manchmal wird das Ticket nicht abgestempelt, aber es ist dennoch entwertet. Deshalb muss man immer die Karte kontrollieren (lassen) oder man fragt den Busfahrer. Denn ganz unangenehm ist es, wenn ein Kontrolleur kommt und man aus dem Bus rausgezogen wird und/oder am Weiterfahren gehindert wird. In der Regel verstehen die Kontrolleure auch nicht so viel Englisch und wir kein Italienisch, so dass die Verständigung fast gar nicht klappt. Auch sollte man darauf achten, wie ein entwertetes Ticket aussieht, denn im überregionalen Bus wird ein Stück des Tickets abgeschnitten und wenn man nicht darauf achtet, ob schon ein kleines Stück abgeschnitten wurde, tja, dann fährt man schwarz und das wird teuer.
Obwohl die Deutschen für ihre Mülltrennung über Deutschland hinaus bekannt sind, klappt es hier nicht so ganz. Seit Beginn an wurde erklärt, wie es funktioniert. Hier in Brescia trennt man wie folgt:
1. Biomüll: Das ist eigentlich nicht so schwer, den gibt es auch bei uns
2. Restmüll : Auch den gibt es bei uns. Allerdings wird es hier schon schwieriger. Tetrapacks sind aus Karton und Plastik produziert und gehören in Italien in den Restmüll, da zwei Stoffe miteinander verbunden sind.
3. Karton/Papier: Auch das gibt es bei uns und ist eigentlich gut zu trennen.
4. Glas: wird in Glascontainern gesammelt, die Glasfarbe wird nicht berücksichtigt. Glas ist Glas.
5. Metall: Alle Metallsorten werden ebenso in dem Glas-Container gesammelt. Da haben die Italiener uns was voraus! Denn die Deutschen geben Metall in den "gelben-Sack-Müll".
Eigentlich ist das gar nicht so kompliziert. Aber WARUM funktioniert es dann bei uns nicht???
So, am Donnerstag hatten wir unseren letzten Arbeitstag gehabt. Den letzten Tag in Brescia nutzen wir, um unser Praktikum mit Aran und den beiden Begleitlehrerinnen auszuwerten. Zu den folgenden Fragen geben wir exemplarisch Antworten wieder, die nicht namentlich erwähnt werden:
Auf Nachfrage, noch einmal genau zu beschreiben, was denn so gut am Praktikum war, meinte Tristan: “Dies ist mein drittes Praktikum in einer Autowerkstatt und ich wurde noch nie so gut behandelt wie in dieser Werkstatt. Mir hat man richtig viel gezeigt und ich durfte selbstständig die Autoreifen wechseln. Das fand ich toll.”
Und jetzt freuen wir uns auf zu Hause!
Brescia war - wie auch die letzten beiden Male - voll Erfahrungen. Wir haben viele Eindrücke gewonnen, es gab so manche Herausforderungen, manches hat nicht so gut geklappt, aber wir sind alle gestärkt aus dem Praktikum herausgegangen und wissen nun, wie es ist, in einem anderen europäischen Land zu arbeiten, allein zu wohnen, für sich selbst und auch für die Gruppe Verantwortung zu übernehmen.
Danke!